Rätselhafte Steinformationen im Knonaueramt 11.11.2017

Steinreihe am Homberg in Mettmenstetten

Stonehenge in Südengland gilt als Inbegriff der Megalith-Anlagen. Wer nicht gross reisen möchte, schaut sich im Knonaueramt um. Zwar sind die Steinformationen in unserer Nachbarschaft nicht so gross und spektakulär, jedoch zahlreich, in ihrer Ausgestaltung vielfältig und ihre Entstehung und Zwecke rätselhaft. Eine Exkursion für die Sektionen Rossberg und Am Albis dient der tieferen Auseinandersetzung und einem breiteren Verständnis. Aufgrund wissenschaftlich untersuchter Funde ist zweifelsfrei erwiesen, dass viele Schweizer Gegenden schon vor einigen Tausend Jahren besiedelt waren. Welche Bewandtnis es jedoch mit den Steinreihen und Steinkreisen im Knonaueramt und angrenzenden Gebieten hat, ist weitgehend unklar. Entsprechend existieren verschiedenartigste Ansichten. Das Spektrum reicht von kultischen Steinsetzungen und kalendarischen Zeichen über Weideabgrenzungen bis zu weggeräumten Hindernissen oder Werken im Land Art-Stil. Wie auch immer: Wer vor solchen Steinformationen steht, staunt zunächst und wird um deren Hintergründe rätseln.

Viele Anlagen im Knonaueramt erst vor kurzem entdeckt

Die Schweiz hat weniger Spektakuläres zu bieten als etwa das britische Stonehenge oder das bretonische Carnac. Doch auch hierzulande gibt es packende Anlagen, wie etwa bei Yverdon, Falera, Lutry. Mindestens zum Teil sind sie rekonstruiert worden. Ein Grossteil der Steinformationen im Knonaueramt ist erst in den letzten Jahren entdeckt und bekannt worden. Die Rätsel um deren Entstehung und Sinn sind bis heute weitgehend ungelöst, zumal die amtliche Archäologie und die Wissenschaft eher wenig dazu beigetragen hat. Mit Vermessungen können bestimmte Bezüge konstruiert werden. Mit modernen Methoden gelingen in ungestörten Verhältnissen hie und da zeitliche Einordnungen.

Privates Engagement bringt Thematik unters Volk

Steinanordnungen zu finden oder zu besuchen ist das eine, deren Hintergründe zu enträtseln das andere. Dazu braucht es Visionen, Engagement, Ausdauer, Freude, Begeisterung und selbstverständlich einiges an Sachkenntnissen. Richard Walker aus Rifferswil („Stonehenge im Säuliamt“), pensionierter Bauingenieur und passionierter Astroamateur widmet sich seit vielen Jahren intensiv diesen Steinsetzungen. Er hat diverse Anlagen entdeckt, ausgemessen, sucht nach Erklärungen und publiziert Schriften. Eines seiner Hauptziele ist, diese Thematik einem breiten Bevölkerungskreis näher zu bringen. Dass die Anlagen im Knonaueramt an Bekanntheit gewinnen und man sich für sie zu interessieren beginnt, ist hauptsächlich sein Verdienst.

Exkursion mit Richard Walker am 11. November 2017

Die benachbarten SAC-Sektionen Am Albis und Rossberg nehmen den Faden auf und organisieren am 11. November 2017 einen gemeinsamen Anlass. Nach einführenden Informationen von Richard Walker werden zu Fuss einige Anlagen besucht und von ihm erläutert. Weitere Infos und Anmeldung im Tourenportal